Agenda

  • Sonntag, 31. Mai 2020

    09:45 Uhr

    Gottesdienst

    Pfrn. Simone Dors und Pfr. Gerrit Saamer

  • Freitag, 5. Juni 2020

    19:00 Uhr

    Lange Nacht der Kirchen

    Verschoben auf 28. Mai 2021

  • Sonntag, 7. Juni 2020

    09:45 Uhr

    Gottesdienst

    Diakon Mathias Hüberli

Tageslosung

Herzlich willkommen!


Predigt von Sonntag 24. Mai

Ins Herz

 

Liebe Gemeinde,

 

früher gab man Kindern den wenig ernst gemeinten Rat, in der Nacht vor einer Prüfung das Lehrbuch unter das Kopfkissen zu legen. Das war ein Witz und geglaubt hat das niemand und doch wird manches Kind gedacht haben: Es wäre doch genial, wenn das funktionieren würde. Aller Lernstoff wandert aus dem Buch in meinen Kopf und am nächsten Morgen bin ich gewappnet für die Prüfung.

 

Und die Älteren denken vielleicht: Ach würde ich noch einmal mit solcher Leichtigkeit lernen können, wie mir das als Kind möglich war. Denn je älter wir werden, desto mühsamer wird es Neues zu lernen. Während man als Älterer noch über der Gebrauchsanweisung grübelt, haben die Kinder schon längst das neue Gerät in Betrieb genommen und wissen schon wofür all die Knöpfe und Schalter gut sind. So schnell geht das mit der Aneignung.

 

Und wahrscheinlich denken Alte wie Junge, wie schön wäre es doch wenn einmal Gelerntes, einmal Gewusstes doch dauerhaft im Kopf gespeichert wäre.

 

Leider ist Wissen etwas Flüchtiges, dass nicht auf Dauer eingelagert werden kann. Und dann zermartert man sich wieder das Hirn, weil man nicht alle Bundesräte des Jahres 1972 aufzählen oder seinen Kind nicht mal eben die Hauptstadt von Malaysia nennen kann. Zum Glück kann man heute bei Professor Google nachfragen.

 

Wir merken, geistige Güter können schwer auf Dauer konserviert werden. Sie verfliegen, wenn sie nicht zuweilen hervorgeholt, aufpoliert, in Gebrauch genommen werden.

 

Aber es gibt einen Ort in unserer Seele, wo Dinge überdauern können. Wir nennen diesen Ort unser Herz. Was dort aufbewahrt ist bleibt uns länger. Das liegt daran, dass das Inventar des Herzens mit einem Gefühl verbunden ist. Dort ist nicht nur Wissen gelagert, sondern auch Erfahrungen, Erlebnisse, die mit tiefen Gefühlen verdichtet worden sind. Das bleibt uns.

 

Aber diese Beständigkeit ist nicht nur angenehm, denn auch viele unserer Kränkungen, Enttäuschungen, unser Kummer und unsere Trauer wird dort aufbewahrt. Vieles war dort liegt bleibt uns ein Leben lang. Das Herz ist der Tresorraum der Seele.

 

Und natürlich ist auch der Glaube dort zu Hause. Liebe, Vertrauen, Hoffnung sind eine Herzensangelegenheit.

 

Aber der Glaube ist und war nicht für alle und zu jeder Zeit eine Herzensangelegenheit. Das zeigt uns der Prophet Jeremia. Zu seiner Zeit trugen viele Menschen in Israel Gott nicht in ihren Herzen. Man hielt sich nicht mehr an die Gebote Gottes, man opferte sogar anderen Göttern. In der Folge wurde Israel von den Babyloniern erobert und Jerusalem und der Tempel zerstört. Das war im Jahr 587 vor Christus. Zu oft hatte das Volk den Bund, den Gott mit ihm am Berg Sinai geschlossen hat, gebrochen. Am Sinai hatte Gott  dem Volk die Zehn Gebote gegeben. Besonders das erste Gebet „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ wurde vom Volk zu oft ignoriert. Der Bund mit Gott war löcherig geworden.

 

Doch nun nach der Katastrophe, nach der Zerstörung der Stadt und des Tempels, verheisst der Prophet einen Neuanfang. In Jeremia 31, 31-33 steht:

 

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

 

Gott sagt, ich will mit Israel einen neuen Bund schliessen. Und nun sollen die Gebote in das Herz geschrieben werden. Die Gebote stehen nicht mehr auf steinernen Tafeln, sondern im Herzen.

 

Das heisst, Gott will, dass aus etwas Gewusstem, aus Gesetzen eine Herzensangelegenheit wird. Die Beziehung zu ihm soll mehr sein als das Befolgen der Gebote. Denn diese Beziehung hat etwas mit Liebe und Vertrauen zu tun. Gott geht mit uns Menschen in die Tiefe.

 

Und diese Tiefe ist eine wunderbare Verheissung, eine Verheissung die allen Menschen gilt. Als Christinnen und Christen wissen wir, dass Gott auch mit uns diesen neuen Bund geschlossen hat. Durch Jesus Christus, durch seinen Tod und seine Auferstehung ist der alte Sinaibund erneuert und auf alle Menschen ausgeweitet worden. Gott ist für uns eine Herzensangelegenheit geworden.

 

Das bedeutet nicht, dass das Befolgen von Gottes Gebot hinfällig geworden ist. Im Gegenteil, das Gebot trägt zum Gelingen des Lebens in dieser Welt bei. Aber wenn ich Gott in meinem Herzen trage, wenn ich aus der Liebe heraus handle, dann hat das eine andere Tiefe. Und wenn alle Menschen Christus in ihr Herz liessen und alle aus dieser Liebe heraus leben würden, dann wäre diese Welt eine andere. Wenn Neid und Habgier, Furcht und Hass keinen Platz mehr in unseren Herzen finden würden, dann könnten wir Menschen zueinander finden. Dann könnten wir füreinander schaffen und miteinander leben. Das wäre das Ende von Krieg und Leid, von Hunger und Not. Das ist die Grösse der Verheissung.

 

Deshalb sagt Christus auch, dass das höchst Gebot die Liebe ist: „ Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (s. Matthäus 22, 36-40).

 

Machen wir Gott zu unserer Herzensangelegenheit. Nehmen wir die Grösse der Verheissung ernst. Gott in unserem Herz zu tragen, ist der Quell unserer Hoffnung und das Ziel unseres Lebens. Beten wir, hoffen wir, wünschen wir heiss und innig, dass Gott für alle Menschen eine Herzensangelegenheit wird. Amen

 

Gebet

Gott, du wendest dich immer wieder uns zu, du schenkst uns die Liebe für deine Welt und die Menschen. Wir bitten lass diese Liebe immer stark in uns sein. Wohne du in unseren Herzen.

Wir bitten dich, dass du da bist, wo wir es nicht sein können. Hilf da, wo wir Menschen blind, machtlos oder herzlos sind.

Wir bitten dich für alle Menschen, die unter der Corona-Krise gelitten haben und noch leiden müssen. Sei bei den Kranken und bei jenen, die einen lieben Menschen verloren haben.

Stärke diejenigen, die um ihre Zukunft, ihre Arbeitsstelle Sorgen machen.

Wir bitten dich, lass uns Menschen zueinander finden, füreinander schaffen und in Frieden miteinander leben. Amen

 

Den Predigttext als PDF zum herunterladen finden sie hier.

 


Psalmen von Religionsschülern/Innen

Die Religionsschülerinnen und Religionschüler schreiben in diesen Wochen eigene Psalmgebete.

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Weitere Psalmgebete von Relikindern finden sie hier.


Information der Evang. Kirchgemeinde Egnach zur derzeitigen Corona-Krise

Wir freuen uns ab Pfingsten 31. Mai wieder gemeinsam Gottesdienste in unserer Kirche feiern zu können.

Für den Gottesdienstbesuch gelten die Weisungen des Bundesrates.

Für Personen die den Gottesdienst nicht besuchen können, erscheint die Predigt auf unserer Homepage www.kirche-egnach.ch

Folgende Dienste bietet die Kirchgemeinde an:

Seelsorge am Telefon

·        Pfarrerin Simone Dors und Pfarrer Gerrit Saamer Tel.:071 477 13 29

·        Predigt als Brief oder per E-Mail

Wenn Sie die Predigt als Brief zugestellt bekommen möchten, melden Sie sich gerne beim Sekretariat

Tel. 071 477 19 46 (Anrufbeantworter) oder sekretariat@kirche-egnach.ch

Abdankungen:

Abdankungen finden im Familienkreis statt.

Verbunden im Gebet

Zu folgenden Zeiten wollen wir beim Läuten der Glocken zum Gebet innehalten.

·        Jeden Tag um 18.00 Uhr

·        Sonntags 9.45 Uhr

Stand 28.5.20


Kirchenbote

Den Kirchenboten der Evangelischen Kirche des Kantons Thurgau finden sie hier.

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