Gebäude

Kirche

Nachdem Evangelisch Egnach 1727 eine selbständige Kirchgemeinde wurde, konnte bereits März 1727 mit dem Bau der Evangelischen Kirche begonnen werden. Baumeister und Planverfasser war der berühmte Teufener Bau- und Werkmeister Jacob Grubenmann. Der Bau schritt zügig voran und so wurde am 4. November 1727 der Turmknopf aufgesetzt.

In den folgenden Jahren musste die Kuppel mit ihrem Schindeldach wiederholt neu gedeckt und gestrichen werden. Natürlich wurden bei diesen Reparaturen auch Knopf und Wetterfahne jeweils neu vergoldet und im Knopf entsprechende Dokumente den früheren beigegeben. Am 8. Dezember 1847 waren sie teilweise beschädigt worden: der aus dem Sonderbundsfeldzug heimkehrende Jakob Schönholzer von Buch, der später nach Amerika auswanderte, leistete sich den mutwilligen Streich, mit seiner restlichen Munition den Knopf zu durchlöchern.

1766 wurde die Kirche aussen erstmals umfassend renoviert, bald darauf folgte eine Innenrenovation.

Eine zweite Aussenrenovation folgte von 1793 bis 1795.

Bald darauf, im Jahre 1804 erhielt die Kirche ihre erste Orgel.

1874/75 folgte eine zweite Innenrenovation, bei der die Bestuhlung, der Boden und die Fenster erneuert und die Decke repariert wurden.

1898 wurde in der Kirche eine Zentralheizung eingerichtet, „von deren Annehmlichkeiten sich auch solche Kirchgenossen, die anfänglich nicht dafür eingenommen waren, in kurzer Zeit überzeugen liessen“.

Ein kantonales Gesetz vom Januar 1886 über Feuerpolizei und Löschwesen verlangte, dass bis zum 31. Dezember 1899 alle Stroh- und Schindeldächer durch Ziegel, Schiefer oder Metall ersetzt werden müssen. Auf die Anregung, dem Kirchturm sei ein schönerer Abschluss durch einen „schlankeren Helm oder durch eine wohlgeformte Kuppel“ zu geben, liess man durch Architekt Wachter aus St. Gallen zwei Projekte ausarbeiten.

Am 23. August 1900 wurde die bisherige Kuppel abgebrochen und durch eine neue ersetzt, welche durch eine sogenannte „Laterne“ überhöht wurde. 

 

 

 

  1907 wurde die Kirche zum dritten Mal innen renoviert mit einem Neuanstrich aller Bänke, einer Neubemalung der Seitenwände, der Verschönerung der Decke und der Erstellung einer neuen Kanzel.

 

Die vierte Innen- und Aussenrenovation fand 1927/28 statt. Dabei wurde in Erwägung gezogen, zum ursprünglichen Grubenmannschen Raumgedanken zurückzukehren und die Orgel auf die grosse Empore über dem Eingang zu versetzen und die kleine Empore abzubrechen. Diese Variante stiess aber auf heftigen Widerstand der Kirchbürger und wurde schlussendlich abgelehnt. Dafür wurde eine neues Geläute mit 5 Glocken angeschafft. Dabei stellte sich heraus, dass die erst 1900 erbaute neue Kuppel, besonders die Laterne bereits total verfault war.

 

Ende September 1927 war die alte Kuppel mit der Laterne abgetragen, so dass mit dem neuen Mauerkranz des Turmes und mit dem Ausbau der Glockenstube in Eisenbeton begonnen und mit der Errichtung der neuen Kuppel fortgefahren werden konnte.

Im äusseren Bild wichen die alten Schallöffnungen den weiten Gitterfenstern, die bis heute geblieben sind. Der Verputz der Wände und des Turm sowie das Kirchendach wurden einer sorgfältigen Reparatur unterzogen.

In den Jahre 1964/65 erfuhr die Kirche eine erneute Innen- und Aussenrenovation. Diesmal erhielt der Vorschlag mit einschneidenden Veränderung trotz einigem Widerspruch eine Mehrheit. Das Anliegen des Bauprojektes war dem ursprünglichen Raumeindruck und der typischen Bauweise wieder näher zu kommen, indem die kleine Empore mit der Orgel abgebrochen wurde. Dieser Entscheid fiel diesmal leichter, weil die Orgel vollständig erneuert werden musste und man sich desto eher mit ihrer Entfernung und der Freilegung des Chores vertraut machen konnte. Der Chor wurde gegenüber dem Schiff um drei Stufen erhöht und der Brusttäfer, die letzten Kirchensessel, die Chorstühle und die feste Bestuhlung mitsamt dem Taufstein entfernt. Die neue Orgel wurde durch die Firma Goll und Co. in Luzern mit 26 klingenden Registern erstellt. Als Standort dient die alte Empore und der klassizistische Prospekt aus dem Jahre 1804 konnte glücklicherweise beibehalten werden. 

 

1998 wurde die Kirche erneut innen und aussen renoviert. Aussen wurde der Beton der 1927 neuerbauten Glockenstube saniert. Innen gewann der Kirchenraum an Festlichkeit und Wärme durch die Restaurierung der barocken Stuckdecke von 1766/67, die Gestaltung des erhöhten Chorraumes der Kirche (neben dem Abendmahlstisch der Taufstein von 1857 und der Lesepult statt der Kanzel.) Eine hohe segmentbogenförmige Wand aus hellem Ahornholz deutet in moderner Form den ‚urchristlichen Chorraum’ an. Besondere Aufmerksamkeit wurde zur Verbesserung der Raumakustik angewandt. 

   

 

Pfarrhaus

Das Pfarrhaus ist ein stattlicher Riegelbau von 1728/29. Im Jahre 1835 wurde die Westseite und 1851 die Südseite mit einem Schindelschirm
abgedeckt, um sie vor dem Wetter zu schützen. 
1939 entschloss sich die Kirchgemeinde an eine umfassende Erneuerung heranzutreten. Sie scheute keine Kosten, den ursprünglichen Riegel-
bau — mit Ausnahme der Wetterseite — wieder sichtbar zu machen. Es kam ein Werk zustande, das für alle Freunde des Riegelbaus eine Augenweide bedeutet. Auch im Innern sorgten die einheimischen Handwerker für Wohnlichkeit und Wärme. 
Das Pfarrhaus wurde 2009 wieder in grösserem Umfang renoviert.

 

 

Kirchgemeindehaus

Im ersten Viertel unseres Jahrhunderts begannen grössere Kirchgemeinden mit dem Versuch, ihr Gemeinschaftsleben zu verstärken und ihre konfirmierte Jugend zu sammeln. So entstand der Gedanke eines Kirchgemeindehauses mit einem Saal für kleinere Veranstaltengen, Bibelstunden, Vorträgen, Übungen des Kirchenchores, mit Vereinszimmern, Bastelräumen für die Jugendlichen und einem Unterrichts- und Sitzungszimmer.

Das Kirchgemeindehaus, nach Plänen von Architekt Karl Fülscher, Amriswil, erbaut, konnte im September 1955 eröffnet werden.

1993 erfuhr das Kirchgemeindehaus eine umfassende Erneuerung: Im Kellerraum wurde ein zusätzlicher Jugendraum geschaffen, im Parterre wurde eine neue Küche eingebaut, der Saal vergrössert und ein Stuhlmagazin geschaffen. Die alte Küche wurde in einen Putzraum umfunktioniert und das Schulzimmer renoviert. Im Obergeschoss wurde ein Büro für den Diakon, ein zweites Büro für weitere Mitarbeiter, ein Sitzungszimmer und ein Archivraum geschaffen.

Im kirchgemeindlichen Leben ist das vielbenutzte Kirchgemeindehaus nicht mehr wegzudenken: für Veranstaltungen für die Jugend und das Alter, für Glaubens- und Erwachsenenbildung sowie für spezielle Gottesdienste.