Reise ins Mittelalter
Am Samstag, dem 20. Juni 2026 unternahmen 22 Personen aus der Evangelischen und der Katholischen Kirchgemeinde eine Reise ins Baden-Württembergische Städtchen Messkirch. Ziel war der dort beheimatete Campus Galli. Der Campus ist eine frühmittelalterliche Grossbaustelle, auf der man mit den handwerklichen Techniken und Materialien des Mittelalters eine Klosteranlage baut und zwar nach dem St. Galler Klosterplan. Deswegen heisst der Ort Campus Galli, was man mit Feld des Gallus übersetzen könnte.
Der St. Galler Klosterplan ist eine Architekturzeichnung, die um das Jahr 800 im Kloster auf der Insel Reichenau entstanden ist. Seit dem Jahr 900 befindet sich der Plan im Besitz des Klosters St. Gallen. Die Klosterbaustelle in Messkirch hat somit auch etwas mit der Ostschweizer Geschichte zu tun.
Auf dem Campus Galli arbeiten eine Vielzahl von Freiwilligen, aber auch Festangestellte am Bau des Klosters. Die Bautätigkeit wird wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es unter anderem das Bauen im Mittelalter besser zu erforschen.
Die ökumenische Reisegruppe aus unserer Gemeinde konnte an einer geführten Tour teilnehmen. Von einem kenntnisreichen Mitarbeiter der Klosterbaustelle gab es eine fundierte Einführung in die Geschichte der mittelalterlichen Gebäude, die bereits erstellt worden sind. Dabei wurde deutlich, mit welcher Akribie versucht wird, das Mittelalter nachzubilden. So wurden Felder gepachtet, um alte Getreidesorten anzupflanzen, mit deren zwei Meter langen Halmen die grosse Scheune ein Strohdach erhielt.
Alles, was verbaut wird, muss auf dem Campus angefertigt werden. So gibt es auf dem Gelände eine Schmiede, einen Steinmetz, Schreinerhandwerk, Küfer, Korbmacher usw.. Allen Handwerkerinnen und Handwerkern konnte man bei der Arbeit zuschauen. Gerne waren diese bereit, Fragen zu beantworten und sich in Gespräche verwickeln zu lassen.
Schnell war dann der Tag verflogen. Die Sonne schien zwar heiss, aber die Baustelle lag in einem Wald, wo die Bäume Schatten spendeten. Bereichert kehrte die Reisegruppe am späten Nachmittag wieder zurück ins heimische Egnach. Eine spannende Reise ins Mittelalter fand ihren Abschluss.